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TSV Settmarshausen - Chronik
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50 Jahre Freibad Settmarshausen


Am 29. Juni 1952 wurde das Settmarshäuser Freibad offiziell seiner Bestimmung übergeben. Aus diesem Grunde wird genau an diesem Tag, 50 Jahre später, mit den Bewohnern von Settmarshausen und Klein Wiershausen sowie ihren Gästen eine Jubiläumsfeier veranstaltet.

Die Badeanstalt, so hieß das zuerst, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Aus alten Unterlagen geht hervor, dass bereits in den 30-Jahren des vergangenen Jahrhunderts an dieser nassen und sumpfigen Stelle ein Feuerlöschteich geplant war. Das Grundstück gehörte Heinrich Tolle, der damals in dem Haus lebte, in dem heute die Familie Schlote, Schmiedeweg 3 wohnt.


Der Bau des Feuerlöschteichs konnte aber erst 1951 in Angriff genommen werden. Das war die erste große Baumaßnahme der Gemeinde Settmarshausen nach dem Krieg. Im Rahmen des Hand- und Spanndienstes schachteten junge, zum Teil arbeitslose Settmarshäuser nur mit Spaten und Schaufel das Becken des Bades aus. Bagger gab es damals nicht. Nach Aussagen der damals Beteiligten kam der bessere Boden auf den ersten Sportplatz, der schlechtere wurde mit Loren auf handverlegten Schienen in die Lehmkuhle, oberhalb des Dorfes in Richtung Klein Wiershausen geschoben.

height=232Den beschwerlichen Bodentransport zum Sportplatz besorgten der Rosdorfer Hermann Wöckener mit seinem Lanz-Bulldog und Albert Nolte mit seinem Normag-Traktor.

Von den damals an den Arbeiten beteiligten Personen leben heute noch: Heinz Wiemann, Heinrich Häger, Dietrich Orzech, Max Skiba, Karl Hildebrand. Es gibt bestimmt noch mehr.

Die Bauplanung unterstand Wilhelm Kliewes, der zu der Zeit Bürgermeister war und direkt neben dem Freibad sein neues Haus gebaut hatte. Aus den umliegenden Steinbrüchen wurden die Bruchsteine für die Packlage und die Seitenwände herangeschafft. Das ist heute auf Grund der Einsturzgefahr ein nicht zu unterschätzendes Problem geworden. Die Maurerarbeiten leistete damals Heinrich Warnecke, unter alten Settbachern als "Zibbus" bekannt.

Irgendwann kam man dann auf die Idee etwas für die Jugendlichen und Wasserratten unseres Dorfes zu tun – aus dem Feuerlöschteich wurde die Badeanstalt.

Das ehemalige Feuerwehrhaus an der Bushaltestelle Oberdorf am Hagenweg wurde demontiert und an seinem heutigen Platz als Bademeisterhäuschen wieder aufgebaut. Für das notwendige Badewasser gab es in der wasserreichen Gegend eine naheliegende Lösung: man staute einfach die nebenanfließende Beeke auf und leitete das Wasser durch ein Rohr in das Badebecken.


Am 29. Juni 1952 wurde nach all den Anstrengungen die Badeanstalt offiziell eingeweiht. Der Eintritt kostete damals: für Erwachsene 10 Pfennig, für Kinder 5 Pfennig. Bald traten jedoch erste Mängel auf. Das Becken war undicht, manchmal nur halbvoll. Die Feuerwehr pumpte von bachabwärtsgelegenen Staustufen Wasser zurück in das Freibad. Das nächste Problem in der Zeit war: Das Badewasser wurde schnell "grün". Vor jedem Baden mussten damals Frösche und tote Mäuse aus dem Wasser gefischt werden. Das Wasser musste zwei- bis drei Mal im Jahr abgelassen werden. Das frische Wasser war kalt und außerdem dauerte so eine Aktion immer ein paar Tage. Alles ein bisschen unbefriedigend. Das war wohl auch ein Grund die Betreiber zu wechseln.

Zuerst gab es da die Gemeinde Settmarshausen, in dieser Zeit war Helmut Blumenhagen die Badeaufsicht. Von 1957 bis 1961 war der Gastwirt Willi Bendias, vom "Gasthaus zur Linde" auch unter dem Namen "Onkel Willi" bekannt Pächter des Bades. Am 01.04.1964 übernahm der TSV Settmarshausen erstmals den Badebetrieb. In dieser Zeit kam der Anschluss an die Wasserleitung, der Bau der ersten Chlorgasanlage mit einfacher Umwälzung und ein Quarzkieswasserfilter mit Rückspülung.

Diese Arbeiten wurden maßgeblich von Mitarbeitern der Firma Fischer & Porter, die auch auf dem Sektor Freibadchlorierung tätig war, geleistet. Mitarbeiter von F&P, heute ABB hatten 1966 in Settmarshausen acht Bauplätze gekauft und wollten nach der Arbeit im Sommer auch mal eine kleine Abkühlung genießen. Aber nicht in so einem "Froschteich". Schon wurde geplant, gebaut und 1968 war die Chlorgas- und Umwälzanlage fertig, das kleine Pumpenhaus kam später hinzu. Zwei Namen der F&P Mitarbeiter müssen in diesem Zusammenhang genannt werden: Hans Wiegand und Rudolf Dietrich. Schon damals war es üblich die Helfer mit Essen und Trinken zu versorgen. Man munkelt heute noch, dass Robert Herting die Wurst von seinem Vater aus der Fleischerei mitbrachte und Elke Müller ihrerseits die Brötchen aus der elterlichen Bäckerei. Für das Flüssige gab es auch immer einen Gönner. Die undichten Stellen im Bad wurden in dieser Zeit mit einem Bitumenanstrich (Elefantenhaut) repariert, der, weil es besser aussah, blau angestrichen wurde.

1969 wird die vorhandene Terrasse neben dem Bademeisterhäuschen in Form eines kleinen Versammlungshäuschens überbaut. August Rehmet aus Klein Wiershausen und August Rakebrandt waren für die Holzarbeiten zuständig. Die Maurerarbeiten wurden Mitgliedern des TSV verrichtet. Damals gab es aus Kostengründen kein Richtfest, der TSV gestattete den Helfern nur bei der Einweihung einen Imbiss und Umtrunk im Werte von maximal 250,-- DM aus dem im Vorjahr erzielten Einnahmeüberschuss des Freibades.

Im Jahr 1969 wechselte das Freibad wieder den "Besitzer", der TSV gab die Geschäfte an die Gemeinde zurück, es fanden sich zu wenig Personen, die das Bad betreuen wollten.

In den vorausgegangenen Jahren gab natürlich immer eine Badeaufsicht, einige Namen sollen hier genannt werden: Eckhard und Irmgard Schirmer sowie Friedel Müller.

Die Gemeinde verrohrte wegen Unterspülungsgefahr die neben dem Bad fließende Beeke. Der Hagenweg wurde ausgebaut. Die Kosten beliefen sich zusammen auf 5.125,98 DM. Das Restgeld auf dem Freibadkonto von 900,- DM durfte der TSV behalten. Im nächsten Jahr kam aus Rosdorf Herr Kellner, aber nur als Bademeister, den Kiosk und den Kartenverkauf wollte er nicht übernehmen. Der Verwaltungsausschuss beschloss dann 1970, Inge Opfer und Karin Knetsch als Kassiererinnen für die Gemeinde einzusetzen. Sie durften auch auf eigene Rechnung Getränke und Süßigkeiten kaufen und verkaufen.

Damals kostete eine Jahreskarte für Erwachsene 10,-- DM und für Kinder 5,-- DM.

In den folgenden Jahren sorgte die Gemeinde Rosdorf für die Badeaufsicht. Sie wurde überwiegend mit Sportstudenten bestritten, manchmal auch mit Settbachern, wie z. B. Hartmut Scheede oder Heidi Obermann vom Rischenkrug.

Die Probleme mit dem Wasserverlust blieben.
Erst 1977 baute die Firma Bartels aus Rosdorf eine 1.5 mm starke uv-beständige PVC-Folie mit Gewebeverstärkung der Firma Alcor ein. Das war nicht billig. Der Preis betrug laut Rechnung vom 20.06.1977 nach Abzug von 2% Skonto 18.908,41 DM.

height=234Das Freibad erlebte in diesen Jahren eine unglaubliche Renaissance. Es war immer sehr gut besucht. Laut Karin und Herbert Knetsch, Badeaufsicht und Kioskverkauf von 1976-1981, war die Liegewiese oft überfüllt und abends Stimmung bis 22.00 Uhr.

Natürlich stellte der Betrieb und die Unterhaltung eines Freibades für die Gemeinde Rosdorf auch immer einen Kostenfaktor dar. Die ersten Überlegungen, es doch besser zu schließen wurden laut "angedacht". 1988 demonstrierte die Settbacher und Klein Wiershäuser Bevölkerung mit einem Super-Sommer- und Familienfest mit gespendetem Kaffee und Kuchen und dem Versprechen im nächsten Jahr wieder zu feiern für den Erhalt des Freibads.

1991 konnte aus angesparten Überschüssen endlich ein neues Kinderplanschbecken finanziert werden.


Das Waldschwimmbad ´93


In die Diskussionen um den Erhalt des Bades wurden alle möglichen Versionen angedacht. Ein ganz wichtiger Punkt war immer die Eigenleistung bei den Unterhaltungsmaßnahmen. Dabei konnte man viel Geld sparen. Diese Überlegungen führten 1994 dazu, dass sich Mitglieder des TSV Settmarshausen bereit erklärten, den Betrieb des Freibades, das nun "Waldschwimmbad" heißen sollte, zu übernehmen.

Die Männer der "ersten Stunde" hießen: Gerd Haupt, Detlef Orzel, Dieter Heinemann, Kurt Schemmerling und Ulrich Wegener. Sie hatten einen Top-Job zu leisten: Die Chlorgas- und Umwälzanlage musste komplett erneuert werden, die Auflagen des Hygieneinstitutes und des Gesundheitsamtes ließen keinen Spielraum. Das alte, kleine Pumpenhaus wurde durch ein neues ersetzt. So etwas kostet – die anstehenden finanziellen Probleme löste das Freibadteam durch eine groß angelegte Spendenaktion in der Bevölkerung, einem Zuschuss der Gemeinde Rosdorf und aus Überschüssen aus Freibadveranstaltungen. Die ARGE (Arbeitsgemeinschaft) Freibad hat in den darauffolgenden Jahren mit den Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten nicht aufgehört.

Der Reihe nach wurde

  • das Freibadhaus erneuert und eine Kantine eingebaut
  • um das Bad herum neue Gehwegplatten gelegt und ein
  • Ringfundament mit Aluminiumgeländer angebracht
  • ein Fallschirm als Sonnenschutz für das Planschbecken aufgestellt
  • eine eigene Wasserversorgung installiert
  • Pietzek’s Boulebahn eröffnet
  • im Jahr 2000 neue Toiletten und eine Warmwasserdusche eingerichtet
  • im Jahr 2001 ein Geräteschuppen um den Wasserfilter herum gebaut.

In diesem Jahr wird der Vorbau des Freibadhauses komplett erneuert und das Dach der ehemaligen Umkleidekabinen, heute als Wirtschaftsgebäude genutzt, renoviert.

Der erfolgreiche Abschluss dieser Arbeiten ist nur möglich gewesen, weil es neben den Mitgliedern der ARGE Freibad immer Settmarshäuser und Klein Wiershäuser gab, die uns bei den Bauvorhaben geholfen haben.

Ein großes Problem war auch immer die Leitung des eigentlichen Badebetriebs, also der Bademeister. Viele Settbacher haben den dafür notwendigen DLRG Schein in Silber gemacht und trotzdem ist es nicht immer gelungen, ohne einen "fremden" Bademeister auszukommen.

Die Kantinenbewirtschaftung wird schon immer auf ehrenamtlicher Basis betrieben. Früher konnten die Mitarbeiter einen Teil der Einnahmen für sich behalten, auch als Entgeld für die Badeaufsicht, heute wird normal mit der ARGE abrechnet. Die Kantinenmannschaft wird bei der jährlichen Beach-Party besonders gefordert und von vielen Helferinnen und Helfern unterstützt. Die Beach-Party ist mittlerweile in Settmarshausen eine feste Institution geworden. Auch andere Freibadfeste sind Legende: Lothar, der Travestiekünstler, der auch zum Jubiläum wieder auf dem Programm steht, die Blue Moons und die Milleniums-Party sind Ausdruck für das Engagement der ARGE, finanzielle Mittel für das Freibad zu erwirtschaften. Immer klappt das nicht: Die Karnevalsfete ist daneben gegangen.


An dieser Stelle möchte die ARGE Freibad allen Helferinnen und Helfern einen ganz besonderen Dank aussprechen, denn auch bei allem eigenen Einsatz, so ein "Objekt" kann man nur erhalten, wenn viele daran mitarbeiten, es unterstützen und auch nutzen.

Die vielen Aktivitäten haben dazu geführt, dass das Waldschwimmbad in den Sommermonaten ein schöner Treffpunkt, sogar ein Kommunikationszentrum des Dorfes geworden ist, das man weit über die Ortsgrenzen hinaus kennt.

Reinhard Schwarz
Freibad-Team
 

 









Aktualisiert am Montag, 23.06.2014 um 19:44 Uhr